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Mythen über Kampfmittel aus dem zweiten Weltkrieg– was stimmt wirklich?
Mythos 1: „Rostig bedeutet ungefährlich.“
Falsch.
Korrosion macht Munition nicht harmlos.
Durch chemische Veränderungen, Materialermüdung oder instabile Zünder kann sich die Gefährdung sogar erhöhen.
Mythos 2: „Kleine Teile sind nicht gefährlich.“
Falsch.
Auch Fragmente, Granatteile oder unscheinbare Metallstücke können explosionsgefährliche Bestandteile enthalten
Mythos 3: „Nach 80 Jahren passiert nichts mehr.“
Falsch.
Blindgänger und andere Kampfmittel bleiben dauerhaft gefährlich.
Erschütterungen, Druck oder Lageveränderungen können auch nach Jahrzehnten eine Reaktion auslösen.
Mythos 4: „Das sieht aus wie Schrott.“
Gefährliche Annahme.
Eine sichere Bewertung ist für Laien nicht möglich.
Was wie Altmetall erscheint, kann ein gefährlicher Gegenstand sein.


Luftbildauswertung & historische Recherche
Historische Luftbilder und Archivunterlagen liefern wesentliche Hinweise auf mögliche Kampfmittelbelastungen.
Auch Jahrzehnte nach Kriegsende werden weiterhin regelmäßig Kampfmittel aufgefunden und entschärft.
Im Jahr 2024 wurden allein in Bayern rund 87 Tonnen Bomben, Granaten und Munition beseitigt.
53 Blindgänger konnten entschärft werden. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Kampfmittel kein theoretisches Risiko darstellen, sondern weiterhin praktisch relevant sind.
Eine strukturierte Luftbildauswertung schafft frühzeitig Klarheit über potenzielle Verdachtsflächen und reduziert Unsicherheiten im weiteren Projektverlauf.
Was wir konkret durchführen
Im Rahmen unserer Auswertungen:
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sichten wir historische Luftbilder verschiedener Zeiträume
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werten diese systematisch aus
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georeferenzieren relevante Aufnahmen zur exakten Lagezuordnung
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recherchieren in Archiven im In- und Ausland
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prüfen militärische Unterlagen und Einheitsberichte
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dokumentieren die Ergebnisse nachvollziehbar als Entscheidungsgrundlage
Die Ergebnisse dienen der Gefährdungseinschätzung und bilden die Grundlage für weiterführende Sondierungs- oder Räummaßnahmen.
Fahrzeuggestützte digitale Flächenaufnahme
Die fahrzeuggestützte digitale Flächenaufnahme ermöglicht die systematische und effiziente Erfassung größerer Flächen unter Einsatz moderner Mess- und Dokumentationstechnik.
Dabei werden Sondierungsdaten kontinuierlich digital erfasst und unmittelbar positionsgenau dokumentiert. Die Messdaten werden georeferenziert und in ein Koordinatensystem eingebunden, sodass Verdachtspunkte später eindeutig lokalisiert, überprüft und punktgenau eingemessen werden können.
Diese strukturierte Datenerfassung ermöglicht:
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Flächendeckende und nachvollziehbare Dokumentation
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Georeferenzierte Speicherung aller Messpunkte
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Punktgenaue Nachkontrolle und Überprüfung von Verdachtsstellen
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Präzise Übergabe der Daten an Auftraggeber oder Planungsbüros
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Digitale Archivierung für spätere Projektphasen
Die digitale Flächenaufnahme schafft Transparenz und erhöht die Nachvollziehbarkeit der durchgeführten Maßnahmen. Gleichzeitig bildet sie eine belastbare Grundlage für weiterführende Sondierungs- oder Räummaßnahmen.
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Grundregeln bei Verdacht
Bei möglichen Kampfmitteln gilt grundsätzlich:
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Nicht anfassen
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Nicht bewegen oder freilegen
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Fundstelle markieren oder merken
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Polizei informieren
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Abstand halten
Im Zweifel gilt: Nicht eigenständig bewerten – zuständige Stellen informieren.
